Bergpanorama und regionale Traditionen: Was das Zillertal so besonders macht
Wer ins Zillertal fährt, merkt schnell: Die Berge sind hier keine bloße Kulisse, sie bestimmen den Rhythmus des Lebens. Gut 30 Kilometer zieht sich das Tal von Strass bis Mayrhofen, im Hintergrund ragen die Zillertaler Alpen mit Gipfeln über 3.000 Metern auf. Doch nicht nur die Aussicht bringt Besucher zurück, sondern die Mischung aus Natur und gelebtem Brauchtum.

Quelle: Zum Groassvater
Ein Panorama, das jede Jahreszeit anders zeigt
Im Frühling stehen die Wiesen voller Löwenzahn, während auf den Gipfeln noch Schnee liegt. Im Sommer führen Wanderwege durch den Naturpark Zillertaler Alpen, etwa zu den Almen im Zemmgrund oder auf den Berliner Höhenweg. Der Herbst taucht die Lärchenwälder in Gold, und im Winter bietet der Hintertuxer Gletscher sogar ganzjährig Schnee. Gemütlicher geht es mit der Zillertalbahn, einer dampfbetriebenen Schmalspurbahn, die seit 1900 zwischen Jenbach und Mayrhofen verkehrt.
Wohnen wie die Einheimischen
Viele Gäste suchen heute Unterkünfte, die den Charakter der Region widerspiegeln. Ein Beispiel ist das Haus Zum Groassvater – Ferienhaus im Zillertal in Aschau. Auf rund 170 Quadratmetern ist Platz für bis zu neun Personen, und weil immer nur eine Gruppe im Haus wohnt, bleibt man ganz für sich. Herzstück ist die Tiroler Stube mit Kachelofen, wie sie hier seit Generationen zum Alltag gehört: Holz, Wärme und ein großer Tisch, an dem alle zusammenrücken. Draußen wartet ein großer Garten mit Terrasse, Obstbäumen und Beerensträuchern, dahinter plätschert ein kleiner Bach. Und weil Aschau zentral und doch ruhig liegt, ist die nächste Skibushaltestelle nur etwa 180 Meter entfernt.
Bräuche, die das Jahr gliedern
Das Brauchtum folgt dem Kalender der Landwirtschaft. Im September kehren die Kühe von den Almen zurück, geschmückt mit Blumen und großen Kopfaufsätzen. Der Almabtrieb wird vielerorts mit Musik und Festzelt gefeiert. Im Mai steigt in Zell am Ziller das Gauderfest mit Bockbier, Blasmusik und Trachten. Schützenkompanien und Musikkapellen sind im Tal tief verwurzelt.
Handwerk und Musik
Das Zillertal gilt als Wiege der Tiroler Volksmusik. Die Zillertaler Sänger zogen schon im 19. Jahrhundert durch Europa und machten die Region berühmt. Heute lebt die Tradition in Stuben, Wirtshäusern und Chören weiter, daneben pflegen Holzschnitzer, Hutmacher und Trachtenschneider ihr Handwerk.
Was auf den Teller kommt
Die Küche setzt auf Produkte aus dem Tal. Beliebt sind Zillertaler Graukäse mit Zwiebeln und Essig, Kaspressknödel und Tiroler Gröstl. Vieles stammt von den Almen, auch die Heumilch ist geschätzt. Was im eigenen Garten wächst, kommt oft direkt auf den Tisch: Beeren für die Marmelade, Äpfel für den Kuchen.
Warum das Tal im Gedächtnis bleibt
Am Ende ist es die Verbindung aus Hochgebirge und lebendiger Kultur, die das Zillertal ausmacht. Man steht morgens auf einem Dreitausender und sitzt abends in der warmen Stube, vielleicht nach einer Runde in der Infrarotkabine, während draußen der Bach rauscht. Wer sich Zeit nimmt, einen Almabtrieb miterlebt oder auf einer Hütte einkehrt, versteht schnell, warum viele wiederkommen.
27. Oktober 2026 17:31
